Hamburch – Ein Musical für sich

Während alle Welt feiern ist – wahrscheinlich auch in Hamburg, sitze ich daheim in meinem kleinen rumpelig-gemütlichen Arbeitszimmer und stelle voller Entsetzen fest, wie viele Bilder doch liegen geblieben sind.

Unter anderem die von Hamburg – mit garstigster Absicht! 🙂

Das erste Aufeinandertreffen mit Hamburg war verwirrend, angsteinflössend, absolut unlustig und bloß gut sehr kurz. Ich habe noch nie so sehr um meinen armen Magen gezittert, wie an dem einen Abend, in dieser komischen Stadt.

Ihr alle, oder beinahe alle, so ziemlich alle, kennt das: Aus allen Ecken kommen die Astra-liebenden Hamburg-Fanatiker daher und schwärmen von ihrem 10.000sten Besuch in der Hafenstadt. „Wie hipp, wie cool, wie anders, einfach geil!“ – das nahm ich mir natürlich zu Herzen. Natürlich war ich besessen von dem Gedanken, ich würde in eine durchorganisierte, strukturierte, mitreisende Stadt kommen, mit der Sicherheit: das Reisebüro hat alles organisiert, mein eigenes Chaos kann nichts zerstören!

Aber hätte es mal.. Wieder einmal wurde ich davon zu 100% überzeugt: Alle Reisen, die nicht über irgendwelche Buchungen liefen, liefen einfach perfekt chaotisch und taten gut.

Wirkten andere mit: Bullshit.

Wie an diesem Abend in Hamburg. Mein Herz war beflügelt und singend mit „Knoblauch“ unterwegs und hechelte dem Musical ‚Tanz der Vampire‘ entgegen, während alles andere dem Abgrund nahe war.

Nein, das Musical ist nicht zu Fuß zu erreichen und wenn dann nur über einen weiten Fußmarsch.

Nein, das Viertel ist so gar nicht freundlich, wo das Hotel wohnt, da wollten nicht einmal die Taxifahrer freiweillig hin

Nein, das einzige Lokal beim Musical hat an diesem Abend nicht auf.

Nein, die Informationen über die Fährzeiten, um noch was essbares vor der Vorstellung zu bekommen, stimmten auch nicht und waren verwirrend.

Nein, man braucht die Fähre nicht extra zahlen, wenn man eine Musical-Karte hat.

Ja, Küstennebel und Fisch retten Leben und auf dem Elbe-Grund versunkene Gemüter.

Ja, ‚Tanz der Vampire‘ ist ein Träumchen.

Nein, ich möchte den Sonntag in dieser Stadt nicht ausweiten und schnell nach Hause.

 

Das ist Hamburg in der Kurzfassung, wie ich es kennenlernte. Kein Astra, keine hippe Party – der nackte Kampf ums Überleben und andere Irrtümer – ich versuche das im Juni nochmal und werde dann vielleicht mit anderen Worten um mich werfen.

Aber die Kamera hinterlies ja ganz ‚romandüsche‘ Eindrücke.. nech 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.